Form follows function?

Industriebauten – vom Umnutzen, Weiternutzen und den Potentialen

Ein Online-Impulsabend mit anschließender Diskussionsrunde


Industriebau im Wandel

Die Anforderungen an Industriebauten sind im Grunde einfach: Einen Prozess möglichst passgenau baulich umzusetzen. Und genau das macht Industriebauten so spannend: Was passiert, wenn sich diese Prozesse ändern? Wie adaptiv können solche Gebäude sein? Welchen Herausforderungen muss sich ein guter Industriebau stellen, um nicht nur Funktionen zu erfüllen, sondern auch lebenswerter Teil derer zu sein, die darin arbeiten? Welche „Soft-Skills“ sind heute erforderlich, damit Industriebauten zu einer guten Unternehmenskultur beitragen? Und wie kann das Potential vergangerner Industriebauten geschöpft werden?

Diesen Fragen (und vielen mehr) wollen wir an diesem Impulsabend nachgehen:


Die Impulse


04a – Von der Kathedrale der Arbeit zur Dark Factory – Industriebau im Wandel
Holger Schwartz, Initiative Industriekultur Schwarzwald

Kaum ein Gebäudetypus prägt unsere moderne Welt mehr, als Industriebauten. Dabei gibt es kaum mehr Gebäude, die uns die ganze Ambivalenz des Bauens aufzeigen. Form follows function – das Mantra der Moderne, scheint hier perfektioniert, die Funktion wichtiger als der menschliche Maßstab. Gebaute Nichtarchitekturen als Wohlastandsanzeiger in einer gesichtslosen Peripherie? Mitnichten, Industriebauten waren immer auch mehr, sie dienten immer auch der Represäntation, sie sind manifestisterter Fortschritt und auf der Höhe ihrer Zeit.  Der Beitrag sucht nach den Typologien und Potentialen von Industriegebäuden.


04b – Vom Produktionsstandort zum Industrial Village – TRUMPF Campus Ditzingen
Prof. Martina Bauer,  Principal Barkow Leibinger, Institut für Industriebau, Entwerfen und Konstruktion IEK Uni Stuttgart

Die Verwandlung des Stammsitzes des Laser- und Werkzeugmaschinenherstellers TRUMPF in Ditzingen nahe Stuttgart von einem klassischen Produktionsstandort in ein „Industrial Village“ kann exemplarisch für Veränderungen in unserer Arbeitswelt gesehen werden: Seit 1996 ist das Büro Barkow Leibinger damit beauftragt, einen Masterplan für das Areal zu entwickeln und auf dieser Grundlage zahlreiche Bestandsgebäude umzubauen sowie Neubauten zu errichten.

Entstanden ist eine Arbeitswelt, durch die man sich ganz anders bewegt, in der man sich anders aufhält, die man anders nutzt als herkömmliche monofunktionale Betriebsstätten. Die klassische Fabrik hat sich in ein „Industrial Village“ verwandelt, in dem es nicht nur um die „performance“ der Mitarbeitenden geht, sondern auch um Gemeinschaft, Wohlbefinden und Identifikation.

TEC-Aula - Quelle: Trupf-gruppe

Quelle: Trumpf-Gruppe


04c – Zwischen Denkmal und Produktion – Das Fagus-Werk als lebendes Welterbe
Hanna Wirth, Teamleitung Weltkulturerbe Fagus Werk, Alfeld

Wie bleibt ein Denkmal lebendig? Am Beispiel des Fagus-Werks zeigt der Vortrag, wie industrielle Produktion, Welterbestatus und Transformation zusammengehen.

Barbara Arand - CC-BY-SA 4.0

Anmeldung

Zur Anmeldung erfolgt via eveeno.com: https://eveeno.com/309288091

Die Teilnahme ist kostenfrei – Es sind Fortbildungspunkte bei der Architektenkammer beantragt