Was übrig bleibt…

Vom Guten Umgang mit den Relikten

Ein Online-Impulsabend mit anschließender Diskussionsrunde


Was bleibt übrig, wenn sich Strukturen wandeln? Wie gehen wir mit diesen Überresten um? Was sollen uns diese Überreste vermitteln?

Industrieanlagen wurden für die Produktion gebaut – funktionale Maschinen, die einen bestimmten Zweck erfüllten. Verschleiß, technischer Fortschritt, neuere Produktionsmethoden machen sie obsolet, das liegt im Grunde im Wesen der Maschine.

Einst laut und schmutzig erzählen sie nun still von einer anderen Zeit. Reicht dazu ihere reine Anwesenheit? Wie konservieren wir den Produktionsprozess? Welche Geschichten müssen erzählt werden? Was wird als authentisch wargenommen?

Diesen Fragen (und vielen mehr) wollen wir an diesem Impulsabend nachgehen:


Die Impulse


05a – Authentizität und Narrativ 
Prof. Dr. Stefan Lindl, Lehrstuhl für europäische Regionalgeschichte, Uni Augsburg

Was macht ein Denkmal authentisch – sein historischer Bestand, seine überlieferte Gestalt oder die Geschichten, die wir über sie erzählen? Im Denkmalkult geht es um mehr als den Erhalt von Steinen: Es geht um Erzählungen, Vertrauen, leibliche Erfahrung, historisches Bewusstsein, den Wert zeitautonomer Materie. Ist Bewahren überhaupt von Inszenieren zu trennen?

Bild: eigen

Bild: eigen


05b – Operational, funktional, formal – Aspekte der Denkmalpflege
Dr. Michael Hascher, Referent Techn. Denkmale, LAD Esslingen

Kulturdenkmale der Industrie und Technik sind mehr als stumme Relikte vergangener Tage: Sie bezeugen den Wandel von Arbeitswelten, die technische und gesellschaftliche Entwicklung. Der Vortrag beleuchtet drei zentrale Aspekte im Spannungsfeld der Industriedenkmalpflege – die operative Nutzung, die funktionale Anpassung und die formale Bewahrung – und fragt, wie sich Geschichte erhalten und zugleich in die Zukunft führen lässt.


05c – Lass uns auf Zeitreise gehen! – Ein Museumskonzept für den Zeitreisebahnhof Seebrugg
Jens Reichelt, Geschäftsführer 3 Seenbahn, Schluchsee

Der Zeitreisebahnhof Seebrugg versteht sich als Ort, an dem der tiefgreifende technische, wirtschaftliche und soziale Strukturwandel der Zeit 1945-1965 zu erleben ist. Er ist weder ein Freilichtmuseum im Sinne der 7 im Süden, noch ist er ein Museum der Mobilität, noch ein Technikmuseum, noch ein Industriemuseum. Er ist von allem etwas und möchte den Besuchern und Besucherinnen Zusammenhänge und einen roten Faden für diese Deutschland so prägende Zeit geben. Auch, wenn sich das Museum an einem Bahnhof befindet, geht es auch um Eisenbahn aber nur in einem untergeordneten Rahmen. Wir erzählen die Geschichten, die bislang in kaum einem anderen Museum erzählt worden sind. Steigen sie ein und kommen mit uns auf Zeitreise!

Bild: 3-Seen-Bahn, Bernd Kirstein

Anmeldung

Zur Anmeldung erfolgt via eveeno.com: https://eveeno.com/240121592

Die Teilnahme ist kostenfrei – Es sind Fortbildungspunkte bei der Architektenkammer beantragt